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Beziehungsphasen: Die einzelnen Phasen einer Beziehung

Aus einem verliebten Paar, das Hand in Hand durch den Park schlenderte, wird irgendwann eines, das schnell und effizient den Einkauf erledigt. Oder sich beim morgendlichen Kaffee anschweigt. Ob das Schweigen behaglich ist oder eher ungemütlich, ob der Einkauf in stiller Zweisamkeit oder kalter Gleichgültigkeit erledigt wird – alles lässt sich auf normale Phasen in der Beziehung zurückführen. Phasen, die in jeder Beziehung auf einen warten. Zwei Stationen in der Beziehung verdienen besondere Beachtung: Sobald das erste gemeinsame Kind geboren ist, verändert sich die Beziehung. Auch fehlende Kommunikation und der Versuch, den Partner bzw. die Partnerin zu erziehen, stellen regelrechte Konstanten in Beziehungen dar.

Beziehung © iStock

Liebe ist eines der stärksten Gefühle überhaupt. Aus gesellschaftlicher Sicht ist sie eines der wichtigen Dinge, die uns antreiben sollen: Liebe suchen, Liebe geben und erhalten. Dabei erlebt jeder die Liebe anders. Gerade in längeren Beziehungen verändern sich die Beziehung zum Partner bzw. zur Partnerin, das Gefühl des Verliebtseins und der liebevolle Umgang miteinander.

Welche Ansprüche man selbst an die Liebe und eine ideale Beziehung stellt, verändert auch den Umgang mit normalen Beziehungsproblemen. Wer eine intensive Beziehung wie in „Pretty Woman“ erwartet, kann sich mit einer vorsichtigen Annäherung und einer kurzen Verliebtheitsphase eher schlecht anfreunden. Andersherum genauso: Drängt der Partner bzw. die Partnerin entgegen den eigenen Vorstellungen auf schnelle Fortschritte in der Beziehung, kann auch das zum schnellen Ende der entstehenden Liebe führen.

Beziehungsphasen: Vom Verliebtsein bis zum "Heimat finden"

Nun ist zwar jedes Paar ganz und gar individuell, aber Beziehungen selbst folgen sehr ähnlichen Mustern. Bekannte Paartherapeuten wie Roland Weber definieren fünf feste Phasen, die jede Beziehung durchläuft. Übersprungen werden könne da nichts, es wäre auch die Reihenfolge ganz und gar fix. Für jeden gelte dieselbe Abfolge. In manchen Boulevard-Blättern finden sich Einteilungen, die auch von sieben oder neun Beziehungsphasen sprechen. Sie lassen sich allerdings wieder auf die fünf von Weber definierten Phasen herunterbrechen.

  1. Verliebtheitsphase
    Der Partner/Die Partnerin ist vollkommen, alles ist wie in Wattewolken getaucht. Schmetterlinge im Bauch und diese Gefühle, nie mehr ohne diesen einen Menschen existieren zu können, gehören ebenfalls dazu. Ob der neue Partner/die neue Partnerin Schwächen hat? In dieser Phase ist man dafür völlig blind.
  2. Verschwindendes Verliebtheitsgefühl
    So langsam verschwindet das Glitzern um den Partner/die Partnerin herum und die trennenden Unterschiede zeigen sich. Die Ernüchterung setzt regelmäßig ein, wenn das Paar anfängt, den ganz normalen Alltag miteinander zu teilen. Tatsächlich trennen sich in dieser zweiten Liebesphase viele Paare, ohne an der gemeinsamen Beziehung weiterzuarbeiten.
  3. Kampf der Gegensätze
    Macht- und Revierkämpfe stehen ganz oben auf dem Programm der Beziehung. Aus dem Verliebtheitsgefühl wird immer schneller die Frage, ob sich die Trennung vielleicht eher lohnt – oder ob es sinnvoller ist, an der Beziehung zu feilen.
  4. Zusammenfinden zum „wir“
    Auch wenn Unterschiede zum Partner/zur Partnerin da sind, jetzt werden sie nicht mehr bekämpft. Sondern als die Bereicherung wahrgenommen, die sie in einer Beziehung eben darstellen. Wer es bis hierhin durchgestanden hat, muss trotzdem mit weiteren Machtkämpfen rechnen. Sie hören – leider – niemals völlig auf.
  5. Heimat in der Beziehung finden
    Eingangs angesprochen ist das Bild des Paares, das in trauter Zweisamkeit den gemeinsamen Einkauf erledigt. Es ist ein gemütliches, ruhiges Bild. Ist ein Paar in dieser Beziehungsphase angekommen, wird es oft als harmonisch und entspannt betrachtet. Machtkämpfe hat man bereits hinter sich und kann sich gemeinsam an neue Ziele wagen. Diese Beziehungsphase, so Weber, erreichen mittlerweile nur noch wenige Paare.

Andere Paartherapeuten erleben in der beruflichen Praxis, dass es doch häufiger zu unterschiedlichen Phasen in einer Beziehung kommt. Die Patchworkfamilie hat oft gar keine rechte Zeit, um sich ausgiebig in der Verliebtheitsphase zu tummeln, sondern überspringt diese Phase mit schöner Regelmäßigkeit. Statt rosa Brille und Date im Kino stehen die Bewältigung des Alltags und die Verantwortung für mitgebrachte und neue Kinder im Vordergrund.

In welcher Beziehungsphase bin ich gerade?

Allerdings beenden gerade nach der ersten Liebesphase viele Paare die Beziehung, sobald es zu ersten Machtkämpfen kommt. Bevor es zu schmerzhaften Streits, womöglich sogar Seitensprüngen oder der Trennung kommt, ist eine kurze Überprüfung der aktuellen Beziehungsphase hilfreich. Mögliche Fragestellungen, mit denen die Einschätzung leichter fallen kann, lauten:

  • Hat mein Partner/meine Partnerin Fehler? Ist er/sie vielleicht für mich vollkommen – und sieht er/sie mich genauso?
  • Geht es bei häufigen Streits darum, möglichst viel Freiraum und eine Abgrenzung zum Partner/zur Partnerin zu erreichen?
  • Welche Eigenschaften meines Partners/meiner Partnerin nehme ich als Ergänzung zur mir selbst wahr?
  • Kann ich mir ein Leben ohne diesen Partner/diese Partnerin vorstellen?

 

Beziehungsphasen Was sagen Paartherapeuten?  –   © Shutterstock

Selbstreflexion und etwas Abstand zu aktuellen Ärgernissen sind hilfreich, um sich selbst und seine Rolle in der Beziehung zu finden. Manchmal ist nach vielen Jahren auch die Liebe selbst verschwunden, an ihre Stelle tritt eine tiefe Vertrautheit und Freundschaft zum Partner/zur Partnerin. Paartherapeuten sehen das durchaus positiv: Auf dieser Basis ist ein gemeinsamer Alltag, das Zusammenleben als Paar und Eltern meist sehr friedvoll und für alle Beteiligten vorteilhaft. Natürlich nur solange, wie alle mit der Situation glücklich sind.

Erziehungsversuche am Partner

Ernüchterung folgt der ersten Verliebtheitsphase auf dem Fuß. Plötzlich stören einen die liegengelassenen Socken oder der immer verkehrt eingeräumte Geschirrspüler. Gerade in dieser Phase der Beziehung passiert es, dass sich Erziehungsversuche breitmachen. Typische Hinweise an die Frau gehen meist in die Richtung, dem Partner möglichst subtil klar zu machen, dass seine Verhaltensweisen nicht länger toleriert werden.

  • „Lass seine Kleidung konsequent auf dem Boden liegen. Er wird es bald bemerken und sich künftig bemühen, seine Kleidung aufzuräumen.“
  • „Geh genauso häufig aus wie dein Partner. Stell ihn vor vollendete Tatsachen und nutze jede Gelegenheit, genau wie er mit Freunden loszuziehen. Er wird sich künftig anstrengen und stattdessen mehr mit dir gemeinsam unternehmen.“

Subtile Erziehungsversuche bringen nicht den notwendigen Erfolg. Ganz im Gegenteil, wahrscheinlicher ist es, dass sich der Partner/die Partnerin irritiert noch weiter zurückzieht. Solche Manöver bringen Partnerschaften eher auseinander, ein Fremdgehen resultiert oft aus der Idee heraus „es dem Partner/der Partnerin so richtig zu zeigen“. Am Ende ist dann leider keiner mehr glücklich.

Beziehungskrise mit Kind

Auch wenn viele Paare ein Kind als die Krönung einer gelungenen Beziehung ansehen: Nie werden Ehen so oft geschieden, wie im ersten Jahr nach der Geburt des ersten Kindes. Der Schlafentzug, die Umstellung des Paares auf die gemeinsame Elternschaft und die Verantwortung für das neue Familienmitglied bedeuten oft: Streit. Das Verliebtheitsgefühl verschwindet unter einem gefühlten Berg an Windeln und zu erledigenden Aufgaben.

Paartherapeuten raten hier zum „Durchhalten“: Sich auf das Baby und seine Bedürfnisse zu konzentrieren, Aufgaben mit dem Partner/der Partnerin abzusprechen und sich ansonsten nicht zu viel vom ersten Jahr mit Baby zu erwarten. Der Rat, sich auch als Paar Zeit zu nehmen, ist für junge Familien oft schwierig. Manchmal, weil es keine geeigneten Babysitter gibt und teils auch, weil sie ohne Baby eigentlich nur Schlaf nachholen wollen.

Wird das erste Kind größer, entspannt sich meist auch die Beziehung wieder. Beziehungsprobleme sind dann zwar nicht verschwunden, können aber mit etwas Abstand betrachtet werden. Manchmal holt sich ein Partner an dieser Stelle der Beziehung Liebe und Lust über das Fremdgehen mit einer dritten Person. Mit ein Grund, weshalb in genau dieser Beziehungsphase so viele Paare scheitern, statt an der Herausforderung der neuen Beziehung zu wachsen.

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