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Die erste Liebe: So legt sie die Basis für unser Beziehungsleben

Das erste Kribbeln, der erste Kuss, die erste intime Beziehung zu einem anderen Menschen – die erste Liebe ist etwas ganz Besonderes. Vielen bleibt sie unvergessen. Für die meisten legt sie sogar den Maßstab fest, wie künftige Herzensmenschen sein – oder nicht sein sollten. Aber warum ist das eigentlich so? Was macht die erste Liebe so unvergleichlich und besonders?

Romantischer Kuss vor umwerfender Kulisse Die erste Liebe prägt uns alle  –   © fotolia

Wann ist eine erste Liebe tatsächlich die erste?

Eine klare Definition gibt es leider nicht. Oft ist damit die erste feste Beziehung gemeint. Manchmal auch die erste konkrete Verliebtheit in der Teeniezeit. Vielleicht hast du deine erste ernsthafte Beziehung auch erst nach der Matura erlebt, in der Ausbildung oder im Studium? Wichtig ist, dass sie in der Rückschau DIE eine emotionale Achterbahnfahrt war, mit der alles begann.

So viele erste Male

Tatsächlich sind es vor allem die vielen ersten Male, die die erste Beziehung so unvergesslich machen:

  • die ersten Schmetterlinge im Bauch
  • der erste Kuss
  • das erste Mal emotionale und körperliche Intimität (und Sex)
  • die erste dauerhafte Bindung

Darauf kommt es besonders an: Du hast erlebt, dass dich auch jemand außerhalb der eigenen Familie lieben kann – und dass du jemanden außerhalb dieser familiären Bindung zurückliebst. Emotionale Nähe wie in Freundschaften war nicht neu – aber die Unterscheidung zwischen Freundschaft und intimer Nähe war plötzlich doch ganz klar. Und das? Das war neu, aufregend und besonders.

An Neues erinnert sich das menschliche Gehirn besonders leicht. An gute Ereignisse noch besser. Bei der ersten Liebe fällt beides zusammen: Vieles ist neu und (hoffentlich) auch wundervoll. Das setzt Maßstäbe für alle folgenden Beziehungen!

Hormonsturm olé!

Schmetterlinge im Bauch, das Kribbeln unter der Haut, die Atemlosigkeit. Kannst du dich an diese besonderen Momente noch gut erinnern? Wahrscheinlich ja – denn die allererste intensive Verliebtheitsphase ist ein hormoneller Orkan.

Je öfter wir uns verlieben, desto eher können wir die Auswirkungen verarbeiten. Zum Beginn der ersten Liebe dagegen sind wir auf das, was kommt, völlig unvorbereitet. Wenn dir im Nachgang das eine oder andere vielleicht peinlich sein sollte: Das muss es nicht. In diesem Ausnahmezustand für Körper und Geist ist nahezu alles erlaubt. Auch eigens aufgenommene Songs und lyrische Ergüsse, die später niemals wieder jemand zu Gesicht bekommen wird.

Die erste Liebe schafft den Rahmen, mit dem sich die individuelle Sprache der Liebe mitentwickelt. Sprich: Ob du vor allem durch körperliche Gesten, Lob und Anerkennung, Geschenke, Zeit zu zweit oder Hilfsbereitschaft deine Emotionen auszudrücken versuchst.

Intimität heißt Nähe & Geborgenheit

Liebe zeigt sich auf vielen Wegen. Die erste Liebe ist mehr Gefühlsexplosion statt sanftes Flimmern. Auch das macht sie so besonders. Gleichzeitig ist die Intimität eine völlig neue Erfahrung. Nicht nur, aber auch auf körperlicher Ebene. Liebe ist, sich hier ganz nahezukommen. Gemeinsam zu lachen, zu schweigen und die oder den anderen auch hinter die eigenen Schutzmauern zu lassen.

Weil negative Vorerfahrungen fehlen, ist die erste Liebe oft diejenige, die am intensivsten erlebt wird. Vielleicht kennst du das:

  • Für den ersten Freund gab es keine Barrieren – du hast ihm vorbehaltlos absolut alles anvertraut.
  • Für die erste Freundin gab es keine Tabus – du hast nur zu gern alle Gefühle gezeigt.
     

Es existieren kaum Schranken und Barrieren. Stattdessen sind die emotionalen Tore weit offen. Der Liebeskummer nach einer Trennung schmerzt deshalb auch besonders stark. Schließlich hattest du jemandem – zum allerersten Mal! – dein Herz geöffnet.

Sex beziehungsweise körperliche Intimitäten zählen natürlich auch dazu. Vielleicht ist es für beide das 1. Mal. Vielleicht bringt eine oder einer mehr Erfahrungen in die Partnerschaft ein.

Klar ist: Ein achtsamer Umgang mit den körperlichen Bedürfnissen, der Austausch über Wünsche und Vorstellungen öffnen den Weg zu körperlicher Zufriedenheit. Vor allem auch für kommende Beziehungen!

Verbindlichkeiten

Heute zusammen, morgen getrennt, übermorgen erneut zusammen. Kita- und Schulkinder knüpfen schnell Freundschaften, brechen sie aber ebenso schnell wieder auf. Die berühmte Kindergartenliebe? Ist oft eine innige, eine besondere Art der Freundschaft. Nur in wenigen Fällen entstehen daraus im Erwachsenenalter beständige Beziehungen.

Anders sieht es für Teenies aus, die ihre erste Liebe oft ab 14 oder 15 Jahren erleben. Der Großteil der ernsthaften Beziehungen startet mit 16 bis 18 Jahren. Dann wird’s ernst! Bei aller Leichtigkeit im Liebestaumel ist das erste „Commitment“ gefordert. Die erste Verbindlichkeit zu einer konkreten Person, zu einer Beziehung und einer gemeinsamen Zukunft zählt genauso zu den beeindruckenden ersten Malen wie etwa der erste Kuss.

Und für einige ist die erste zugleich die einzige Liebe. Verliebt, verlobt, verheiratet ist dann kein plakativer Spruch, sondern gelebter Beziehungstraum. Für alle anderen ist nach durchschnittlich weniger als einem halben Jahr aber leider Schluss.

Wobei: Ein guter Teil aller Erwachsenen möchte nur zu gern Kontakt zur Jugendliebe halten – oder wieder aufbauen.

Verlieben, lieben, trennen – und von vorn

Eine unerwiderte erste Liebe kann das Gefühlsleben langfristig verändern: So mancher Mensch zieht sich aus Liebesdingen zunächst zurück. Das Studium, die Arbeit oder ernsthafte Hobbys ersetzen für einige Zeit das Bedürfnis nach emotionaler und körperlicher Nähe im Rahmen einer Beziehung.

Eine glückliche erste Liebe flackert auf, die Emotionen brennen hell wie ein Leuchtfeuer – und sind genauso schnell wieder erloschen. Die Beziehung verliert sich im Sande, aber der Liebeskummer ist groß. Fangen Familienangehörige und Freunde die Trauernden gut auf, ist das eine gute Basis für kommende Partnerschaften. Dann hast du zwar den Schmerz erlebt, aber auch Bewältigungsstrategien erlebt.

Und dann gibt es natürlich auch die ersten Partnerschaften, die durch Vertrauensbrüche oder Ähnlichem enden. Hast du in der ersten Liebe Lügen und Betrug erlebt, kann das das Beziehungsverhalten nachhaltig verändern. Kann, nicht muss. Wie stark die erste Liebe sich auf Beziehungsmuster und Partnerschaftswahl auswirkt, hat durchaus noch mit anderen Faktoren zu tun:

  • erlebte und beobachtete Beziehungen von Eltern und nahen Verwandten oder Freunden;
  • Bindung an die (Bonus-)Elternteile;
  • Alter und Erfahrung zum Beginn der ersten Liebe
  • Dauer der ersten Liebe
     

Alles zusammengenommen entscheidet dann, ob die nächste Beziehung mit einem größeren oder eher kleineren Päckchen an Erfahrungen startet.

Tatsächlich gewinnen Psychologen und Paarberater auch einer schwierigen Trennung noch etwas Gutes ab: Wer mit der ersten Liebe auch echten Liebeskummer erlebe, sei bestens auf alltagstauglichere Beziehungen vorbereitet. Die Erwartungshaltung senke sich auf ein realistischeres Maß – und damit seien die folgenden Beziehungen eher dafür gedacht, dauerhaft zu bestehen.

Verklärung und Erklärung

All die ersten Male der Jugend fallen in den gleichen Zeitabschnitt wie die erste Liebe: Schulabschluss, Studium oder Ausbildung, Auszug aus dem Elternhaus, Führerschein und das erste eigene Geld. Zusammen mit der Jugendliebe diese Stationen auf dem Weg zum Erwachsensein zu durchlaufen: Das verbindet!

Deshalb ist die erste Partnerin oder der erste Partner in der Erinnerung oft viel netter, liebevoller und rücksichtsvoller als in der Realität. Die Vergangenheit bekommt ein bisschen Patina, einen goldenen Schimmer der Jugend und der besonderen Erfahrungen. Auf den zweiten Blick und mit genug Abstand wird dann schnell klar, warum die Beziehung enden musste. Und wie sich die Erfahrung aus dem ersten Mal für die kommende große Liebe nutzen lässt.

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